Montag, 19. Mai 2014

Freiheit vs. Zwangsbeglückung


Wenn ich unter Menschen bin, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die meisten Menschen den feinen Unterschied zwischen Freiheit und Zwangsbeglückung nicht verstehen. Wenn die Frau mit der Gitarre sich in die Fußgängerzone stellt, um ihre Umwelt mit ihren christlichen Liedern in piepsiger Stimme zu beglücken, dann hat man die Wahl, an ihr vorbeizugehen und sie zu ignorieren. Wenn die gleiche Frau allerdings neben dem Tisch steht, an dem ich mich in einem Restaurant bei gutem Wetter draußen zum Mittagessen niedergelassen habe, um in Ruhe zu essen, dann zwingt sie mir ihren Gesang auf, weil ich nicht einfach weitergehen kann wie in der Fußgängerzone. Als sie mit ihren Liedern durch war und an den Tischen entlangging, um nach einer Spende zu fragen, wies ich sie auf den Unterschied hin. Zwei Frauen am Nebentisch reagierten sofort empört, daß die Frau doch eine tolle Stimme hätte, worauf ich ihnen erklärte, daß nicht jeder den gleichen Geschmack hätte und Schönheit im Auge des Betrachters liegen würde. Ich bringe ja auch nicht meinen Ghettoblaster mit zum Essen und gehe ganz automatisch davon aus, daß alle Menschen in meiner Umgebung meinen Musikgeschmack teilen. Die Frau mit der Gitarre meinte nur, so sei das eben im Leben, und sie würde heute Abend darüber nachdenken. Ich mutmaße mal, daß sie auch politisch die Meinung vertritt, daß sich alle Individuen eben der Meinung der Mehrheit unterzuordnen haben. Zum Wohle der Allgemeinheit.
Freiheit, wie ich sie verstehe, hat immer auch etwas mit Respekt zu tun, nämlich vor der Freiheit des Andersdenkenden.

Donnerstag, 24. April 2014

Dissident. Freiheit beginnt im Kopf

Es ist nicht nur so, daß es einige wenige Bereiche in unserer Gesellschaft gibt, die schlecht funktionieren und daher verbessert werden müssen sondern die gesamte Gesellschaft als solche ist durch und durch krank und in höchstem Maße disfunktional. Das Problem dabei ist nur, daß die Menschen in dieses kranke System hineingewachsen sind und sich nach und nach daran angepaßt haben, wie der Frosch, der im langsam erhitzten Wasser gekocht wird. Und leider kommen die meisten Menschen niemals zu der Erkenntnis, daß es die Grundlagen der Gesellschaft selbst sind, die falsch, unsinnig und destruktiv sind. Doch wer sich erlaubt, unsere Gesellschaft, ihre Grundlagen und Überzeugungen einmal von einem übergeordneten Standpunkt aus zu betrachten, wird vielleicht auch zu der Erkenntnis kommen, daß das Wasser (oder die Kacke) schon lange am Dampfen ist.
 
Wenn die Gesellschaft wirklich verbessert werden soll, und ich meine für alle Menschen, und nicht nur einen kleinen Anteil, dann müssen die Ziele und Methoden überdacht und erneuert werden. Und als das marode Haus, das diese Gesellschaft ist, muß es zuerst vollständig samt seinen falschen Fundamenten zerstört werden, bevor ein besseres und stabileres errichtet werden kann. Doch versteht mich nicht falsch, man kann diese Veränderung nicht erzwingen, weder mit Gewalt, noch durch Gesetze. Die Revolution der Gesellschaft, die ich meine, muß im Bewußtsein stattfinden. Es reicht nicht, nur ein disfunktionales System durch ein anderes zu ersetzen und auf den gleichen Irrtümern wieder von vorne zu beginnen. Die Freiheit der Gesellschaft und der Menschen beginnt im Kopf.

Lars Peter Kronlob
Dissident
Freiheit beginnt im Kopf

Edition Esoterick Publishing 2014
ISBN: 978-3-936830-52-1
80 Seiten, Paperback
Preis: EUR 6,90

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